Anwendung · Hafen, Wasserstraßen, Baggergut

Baggergut entwässern mit Flockung

Baggergut entwässern heißt, gebaggertem Hafenschlick und Sediment so viel Wasser zu entziehen, dass es transportiert, verwertet oder abgelagert werden kann. Ein passend gewähltes Polymer bindet den Feinanteil zu Flocken, die im Geotextilschlauch, Dekanter oder in der Presse zurückbleiben.

Stand

  • Polymer abgestimmt auf Salzgehalt und organischen Anteil
  • Vor Geotextilschlauch, Dekanter oder Presse aus Ihrem Bestand
  • Mietcontainer für Kampagnen der Unterhaltungsbaggerung

Warum Hafenschlick schwer Wasser abgibt

Was in Hafenbecken, Zufahrten und Schleusenvorhäfen gebaggert wird, ist selten reiner Sand. Hafenschlick besteht überwiegend aus Schluff und Ton, durchsetzt mit organischer Substanz, und kommt mit viel Wasser aus der Saugleitung oder Schute. Organik bindet Wasser zusätzlich und hält feine Partikel in Schwebe.

Im Spülfeld setzt sich solches Material nur langsam ab und braucht lange, bis es befahrbar oder verladbar ist. Gleichzeitig werden geeignete Flächen knapp. Ohne Flockung laufen Geotextilschläuche schnell zu, und Dekanter oder Pressen erreichen keinen stabilen Betrieb.

Typische Einsatzorte

  • Hafenbecken und Liegeplätze
  • Zufahrten und Fahrrinnen
  • Schleusen und Kanäle
  • Marinas und Sportboothäfen
  • Spülfelder und Absetzpolder

Verfahrenskette vom Bagger bis zum entwässerten Material

Die Flockung sitzt zwischen Förderung und Trennung. Dort entscheidet sich, ob der Feinanteil im Schlauch oder Aggregat bleibt oder mit dem Rückwasser abläuft.

  1. Bestand oder Partner

    Baggergut im Zulauf

    Saugbagger, Greifer mit Schute oder Spülleitung fördern das Gemisch an Land.

  2. Bestand oder Partner

    Sand vorabscheiden

    Hydrozyklon oder Sieb holen den Sand heraus, nur der Schlick geht weiter.

  3. Lieferumfang FMfloc

    Polymer ansetzen und dosieren

    Ansatz möglichst mit Süßwasser, Reifezeit, dann Dosierung im Verhältnis zum Schlammstrom.

  4. Lieferumfang FMfloc

    Mischen und Flocken

    Schonende Einmischung, damit die Flocke den Weg in Schlauch oder Aggregat übersteht.

  5. Bestand oder Partner

    Trennen und Entwässern

    Geotextilschlauch, Dekanter oder Presse halten die Flocken zurück, das Wasser läuft ab.

Das Rückwasser geht nach Maßgabe des Bescheids zurück ins Gewässer oder dient als Förderwasser für die Spülleitung.

FMfloc liefert Ansatz, Dosierung und Einmischung. Bagger, Sandabtrennung und Entwässerungsaggregat stellen Sie, Ihr Wasserbauer oder ein Partner.

Was FMfloc am Hafen liefert

Wir bauen keine Bagger, Schläuche oder Dekanter. Wir liefern die Polymertechnik davor und passen sie an das Baggergut und das Wasser am Standort an.

Ansatz mit dem richtigen Wasser

Ansatzanlage für Pulver oder Flüssigpolymer, 0,1–1,0 % Ansatzkonzentration, mit Anschluss für Süßwasser. Salzhaltiges Ansatzwasser schwächt die Wirkung des Polymers.

Dosierung für wechselndes Baggergut

Dosierpumpen und Regelung nach Schlammstrom. Wechselt das Material von sandig zu schlickig, wird die Dosiermenge nachgeführt statt fest eingestellt.

Einmischung vor Schlauch oder Aggregat

Mischer bzw. Flockungsreaktor an der passenden Stelle der Leitung, damit sich die Flocke bildet und auf dem Weg in den Geotextilschlauch nicht wieder zerfällt.

Mietcontainer und Fernüberwachung

Containeranlage für die Dauer der Kampagne. Durchfluss, Dosiermenge, Füllstände und Alarme laufen in die Cloud, Trübung auf Wunsch als Option.

Spülfeld oder geflockte Entwässerung

Das Spülfeld bleibt eine Option, wo Fläche und Zeit vorhanden sind. Der Vergleich zeigt, was sich mit Flockung vor Schlauch oder Aggregat ändert.

Spülfeld ohne Flockung Flockung vor Schlauch oder Aggregat
Fläche Großer Polder, über lange Zeit belegt Schlauchfeld oder Stellplatz für das Aggregat, zeitlich begrenzt
Dauer Absetzen und Austrocknen über Monate bis Jahre Aggregat im Durchlauf, Schlauch je nach Material nach Wochen
Rückwasser Feinanteil setzt sich langsam ab, Ablauf schwer steuerbar Flocken halten den Feinanteil zurück, Ablauf messbar
Steuerung Nach dem Einspülen kaum Eingriff möglich Dosiermenge folgt dem wechselnden Baggergut
Witterung Regen und Frost verlängern die Trocknung Anlage im Container, auch außerhalb der Trockenzeit nutzbar

So testen wir Ihren Schlamm

Welches Polymer passt und wie viel davon nötig ist, zeigt nur ein Versuch mit Ihrem Schlamm. Der Weg dorthin hat drei Schritte.

Schicken Sie 2 Liter typisches Baggergut, möglichst dazu etwas Wasser vom Standort und eine Angabe, ob Süß-, Brack- oder Salzwasser vorliegt.

Kostenlose Schlammprobe anfragen
  1. Probe schicken

    Zwei Liter Schlamm oder Waschwasser genügen. Die Untersuchung ist kostenfrei. Wie Sie die Probe abfüllen und versenden, besprechen wir vorab mit Ihnen.

  2. Laborversuch

    Wir testen mehrere Polymere an Ihrer Probe und vergleichen Flockenbild, Absetzverhalten und Klarwasser. Sie erhalten einen Bericht mit Produktempfehlung und Dosierbereich.

  3. Testanlage vor Ort

    Eine Mietanlage läuft an Ihrem Standort unter realen Bedingungen. Die Fernüberwachung zeichnet Durchfluss und Dosiermenge auf, die Werte liegen danach dokumentiert vor.

Testen, mieten oder kaufen

Welcher Weg passt, hängt von Laufzeit und Planbarkeit ab. Alle Anlagen haben dieselbe Bedienung und dieselbe Cloud-Anbindung.

Testen

Erst nachweisen, dann entscheiden

Laborversuch und Testanlage vor Ort zeigen, welches Polymer und welche Dosierung Ihr Schlamm braucht. Über eine Investition entscheiden Sie auf Basis eigener Messwerte.

Mieten

Für Projekte mit absehbarem Ende

Container- und Trailer-Anlagen, wochenweise mietbar, betriebsfertig mit Mobilfunkanbindung. Passend für Baustellen, Beckenräumungen, Kampagnen und Übergangszeiten.

Kaufen

Für den Dauerbetrieb

Stationäre Ansatz- und Dosieranlage, ausgelegt nach Ihrer Schlammmenge und eingebunden in die vorhandene Steuerung. Das Trenn- oder Entwässerungsaggregat bleibt Bestand oder kommt vom Partner.

Für die Unterhaltungsbaggerung mieten Sie die Anlage wochenweise für die Kampagne, das Trennaggregat stellen Sie oder Ihr Partner. Mietanlagen

Vertiefung

Hintergrund für Planung, Betrieb und Genehmigung. Die Abschnitte lassen sich einzeln aufklappen.

Polymerwahl für Hafenschlick

Bei überwiegend mineralischem Baggergut wirkt oft ein anionisches Polyacrylamid mit hohem Molekulargewicht. Je mehr Organik der Schlick enthält, desto eher führen kationische Produkte zu belastbaren Flocken. Welches Produkt passt, entscheidet der Laborversuch mit Ihrem Material.

Auch das Trennaggregat bestimmt die Wahl. Im Geotextilschlauch muss die Flocke groß und stabil genug sein, um im Gewebe zu bleiben und Wasser durchzulassen. Im Dekanter zählt die Scherfestigkeit. Pulverpolymer lohnt sich bei langen Kampagnen mit gleichmäßigem Verbrauch, Flüssigpolymer bei kurzen Einsätzen und Versuchen.

Entwässertes Baggergut und Verwertung

Wie trocken das Material wird, hängt vom organischen Anteil und vom Aggregat ab. Sandiges, mineralisches Baggergut gibt Wasser deutlich leichter ab als organikreicher Schlick. Belastbare TS-Werte liefert erst der Versuch.

Für den weiteren Weg geben das HTG-Papier zur Verwertung von Baggergut und, für die Umlagerung in Küstengewässern, die GÜBAK Orientierung. Abgetrennter Sand eignet sich oft eher für eine Verwertung als die feine Fraktion. Ob Baggergut belastet ist und wohin es darf, entscheidet die Einstufung nach Analyse im Einzelfall. Die Flockung ändert an dieser Einstufung nichts, sie macht das Material nur handhabbar.

Genehmigung und Nachweis

Baggerung, Zwischenlagerung und Rückleitung des Wassers sind genehmigungspflichtig. Welche Behörde zuständig ist und welche Grenzwerte gelten, hängt vom Gewässer und vom Bundesland ab und steht im Bescheid. Eine Zulassung können wir Ihnen nicht zusichern.

Was wir liefern, sind Daten. Die Anlage zeichnet Durchfluss, Dosiermenge, Füllstände und Alarme lückenlos in der SmartFloc Cloud auf, auf Wunsch mit Trübungsmessung im Ablauf. So belegen Sie, wann wie viel Material behandelt wurde und dass die Dosierung lief. Bei einer Störung geht der Alarm an Ihr Personal, auch wenn nachts niemand an der Anlage steht.

Salzgehalt und Organik: was das für Polymer und Ansatz heißt

Im Brack- und Salzwasser knäueln sich die Molekülketten vieler Polymere zusammen, die Flocke wird kleiner und der Bedarf steigt. Flockung funktioniert dort trotzdem, wenn Produkt und Ansatz passen. Wichtig ist das Ansatzwasser: Angesetzt wird möglichst mit Süßwasser. Ob anschließend mit Hafenwasser verdünnt werden kann, zeigt der Versuch.

Der organische Anteil wirkt in dieselbe Richtung. Organik bindet Wasser und hat eine große Oberfläche, deshalb braucht organikreicher Schlick in der Regel mehr Polymer je Tonne Trockenmasse als mineralisches Material und erreicht geringere TS-Gehalte. Schwankt der Salzgehalt mit Tide oder Abfluss, prüfen wir im Labor mehrere Wasserstände.

Häufige Fragen (FAQ)

Spülfeld, Geotextilschlauch oder maschinelle Entwässerung: was passt wann?

Das hängt von Fläche, Zeitrahmen und Menge ab. Ein Spülfeld eignet sich, wo Fläche lange verfügbar ist und Zeit keine Rolle spielt. Geotextilschläuche (Geotube) brauchen weniger Fläche und wenig Technik, entwässern aber über Wochen. Dekanter oder Presse arbeiten im Durchlauf und liefern schnell verladbares Material. Schlauch und Aggregat brauchen eine Flockung davor.

Funktioniert Flockung im Salz- oder Brackwasser?

Ja, wenn Polymer und Ansatzwasser zum Standort passen. Der hohe Salzgehalt schwächt viele Polymere, deshalb wählen wir das Produkt im Laborversuch mit Ihrem Baggergut und Ihrem Wasser aus. Angesetzt wird möglichst mit Süßwasser. Der Polymerbedarf liegt im Salzwasser meist höher als bei gleichem Material im Süßwasser.

Wie wird entwässertes Baggergut verwertet?

Das entscheidet die Einstufung des Materials im Einzelfall. Abgetrennter Sand lässt sich oft verwerten, für die feine Fraktion kommen je nach Eigenschaften und Belastung Verwertung, Ablagerung oder Deponie in Frage. Orientierung geben das HTG-Papier zur Baggergutverwertung und, für Küstengewässer, die GÜBAK. Die Flockung macht das Material handhabbar, an seiner Belastung ändert sie nichts.

Welche TS-Gehalte sind beim Baggergut erreichbar?

Das hängt vor allem vom organischen Anteil und vom Aggregat ab. Sandiges, mineralisches Material wird in Dekanter oder Presse deutlich trockener als organikreicher Hafenschlick, und der Geotextilschlauch erreicht seinen Endwert erst nach Wochen. Eine belastbare Zahl für Ihr Material liefert der Laborversuch mit 2 Litern Probe, danach die Testanlage vor Ort.

Gibt es Mietanlagen für die Unterhaltungsbaggerung im Kampagnenbetrieb?

Ja, die Ansatz- und Dosieranlage mieten Sie als Container wochenweise für die Dauer der Kampagne. Sie kommt verkabelt und mit Mobilfunkanbindung, angeschlossen werden Schlammleitung, Ansatzwasser und Strom. Das Trennaggregat stellen Sie, Ihr Wasserbauer oder ein Partner. Wiederholt sich die Baggerung jedes Jahr, kann sich der Kauf lohnen.

Wie beeinflusst der organische Anteil den Polymerbedarf?

Mit steigendem organischem Anteil steigt in der Regel auch der Polymerbedarf. Organik bindet Wasser und bietet viel Oberfläche, an der das Polymer verbraucht wird. Oft sind dann kationische Produkte wirksamer als anionische. Weil Organik und Salzgehalt zwischen Baggerabschnitten schwanken, ermitteln wir die Dosierung im Versuch und führen sie im Betrieb nach.

Baggergut testen lassen

Senden Sie uns 2 Liter Ihres Baggerguts. Wir prüfen Polymer und Ansatzwasser im Labor und sagen Ihnen, womit sich Ihr Material vor Schlauch, Dekanter oder Presse flocken lässt.

Telefon +49 69 5000060 oder E-Mail an info@fmfloc.de. Wir antworten an Werktagen.